{"id":41958,"date":"2023-05-30T15:55:07","date_gmt":"2023-05-30T15:55:07","guid":{"rendered":"https:\/\/content.technikum-wien.at\/?post_type=news&#038;p=41958"},"modified":"2025-09-08T09:29:46","modified_gmt":"2025-09-08T09:29:46","slug":"fh-technikum-wien-forscht-an-kunstlichen-nerventransplantaten","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/content.technikum-wien.at\/news\/fh-technikum-wien-forscht-an-kunstlichen-nerventransplantaten\/","title":{"rendered":"FH Technikum Wien forscht an k\u00fcnstlichen Nerventransplantaten"},"content":{"rendered":"\n<div data-block=\"grid\" data-is-swiper=\"false\" data-columns=\"1\" data-bg-color=\"transparent\" data-vertical-alignment=\"start\" data-horizontal-alignment=\"start\" data-gap=\"s\" data-padding-top=\"2rem\" data-padding-bottom=\"2rem\" data-small-grid=\"true\" class=\"wp-block-ovl-grid\">\n<div data-block=\"grid-column\" class=\"wp-block-ovl-grid-column\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Forscher*innen-Team der FH Technikum Wien arbeitet an vielversprechenden k\u00fcnstlichen Nerventransplantaten, um periphere Nervenverletzungen zu behandeln. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die Entwicklungen am Technikum dazu beitragen, Tierversuche zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Periphere Nervenverletzungen sind Nervenverletzungen au\u00dferhalb des Gehirns, beispielsweise in den Nerven der Hand, etwa durch einen Unfall. Solche Sch\u00e4den beeintr\u00e4chtigen die Lebensqualit\u00e4t von Patient*innen erheblich und k\u00f6nnen zum Verlust motorischer und sensorischer Funktionen f\u00fchren. Die derzeitige Therapie basiert auf Nerventransplantaten aus dem eigenen K\u00f6rper, was jedoch mit Funktionseinbu\u00dfen des Spender-Nervs einhergeht \u2013 man opfert einen gesunden Nerv, um die Funktion des verletzten Nervs wiederherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs gibt dringenden Bedarf an alternativen Therapien, wie beispielsweise die Herstellung k\u00fcnstlicher Nerventransplantate, deren Erforschung und Entwicklung sich mein Team zum Ziel gesetzt hat\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/andreas-teuschl-woller\/\">Andreas Teuschl-Woller<\/a>, Leiter des Forschungsschwerpunkts Tissue Engineering &amp; Molecular Life Science Technologies an der FH Technikum Wien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-ovl-heading\" data-accent=\"true\" data-tag=\"h2\" data-style-level=\"h4\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Innovativer Ansatz mit Patentanmeldung<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Forscherin <a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/carina-hromada\/\">Carina Hromada<\/a> verfolgt hier einen Ansatz, der die nat\u00fcrlichen Regenerationsprozesse im K\u00f6rper nach Nervenverletzungen zum Vorbild nimmt. Nach Nervenverletzungen k\u00f6nnen sogenannte Gliazellen (auch \u201eSchwann-Zellen\u201c genannt) l\u00e4ngs verlaufende Zellbahnen (B\u00fcngner-B\u00e4nder) zwischen den durchtrennten Nervenenden bilden, die als Leitstrukturen f\u00fcr regenerierende, nachwachsende Axone dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Im Detail: &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Carina Hromada erforscht den Ansatz, l\u00e4ngs ausgerichtete Schwann-Zellen in einer biokompatiblen Matrix zu entwickeln.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr diese k\u00fcnstlichen B\u00fcngner-B\u00e4nder werden Schwann-Zellen in dreidimensionale Proteinhydrogele eingebettet, auf eine spezielle Hakenhalterung aufgebracht und anschlie\u00dfend mit Hilfe des eigens entwickelten \u201eMagneTissue\u201c Bioreaktors mechanisch trainiert.<\/li>\n\n\n\n<li>Schwann-Zellen k\u00f6nnen damit einer Zugspannung ausgesetzt werden, indem ein in die Hakenhalterung integrierter Magnet mit einem externen motor-gesteuerten Magnet des Bioreaktors interagiert (Abb. 1A).<\/li>\n\n\n\n<li>Dies f\u00fchrt zu einer longitudinalen Ausrichtung entlang der Zug-Achse und Ausbildung eines speziellen regenerativen Ph\u00e4notyps der Schwann-Zellen, wie er auch in B\u00fcngner-B\u00e4ndern vorzufinden ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die innovative Idee der Ausrichtung von Schwann-Zellen unter Zuhilfenahme aktiver mechanischer Stimulierung lie\u00df sich das Forschungsteam der FH Technikum Wien international mit einer Patentanmeldung sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-ovl-heading\" data-accent=\"true\" data-tag=\"h2\" data-style-level=\"h4\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Neues Regenerationsmodell<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Regenerationsf\u00e4higkeit der k\u00fcnstlichen Nerventransplantate im K\u00f6rper vorhersagen zu k\u00f6nnen, arbeitet Hromada zudem an der Etablierung eines zell-basierten Regenerationsmodells f\u00fcr periphere Nerven, welches die regenerativen Prozesse nach Verletzungen au\u00dferhalb des K\u00f6rpers nachstellen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Detail:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hierbei werden die Schwann-Zellkonstrukte mit Dorsalwurzelganglien kombiniert und das Auswachsen von Axonen entlang der zuvor ausgerichteten Schwann-Zellen untersucht.<\/li>\n\n\n\n<li>Dabei zeigte sich, dass sich regenerierende Axone, wie erhofft, entlang der k\u00fcnstlichen B\u00fcngner-B\u00e4nder orientieren und damit das Konstrukt erfolgreich innervieren (Abb. 1B) \u2013 und dieses somit auch in Zukunft eine vielversprechende Alternative zu k\u00f6rpereigenen Transplantaten in der Klinik darstellen k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die langj\u00e4hrige Zusammenarbeit mit dem Ludwig Boltzmann Institut (LBI) f\u00fcr Traumatologie (das Forschungszentrum in Kooperation mit der AUVA), konkret mit der Gruppe f\u00fcr Neuroregeneration von David Hercher, erm\u00f6glicht es, die Forschungsergebnisse in einen klinischen Kontext zu bringen. Dies ist ein essentieller Schritt um solche zell-basierten Therapien gezielt f\u00fcr ihren klinischen Einsatz zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-ovl-heading\" data-accent=\"true\" data-tag=\"h2\" data-style-level=\"h4\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Weitere Chancen u.a. in Reduktion von Tierversuchen<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die oben erw\u00e4hnten Nerven-\u00e4hnlichen Axon-Schwann-Zellkonstrukte bieten eine Vielzahl weiterer M\u00f6glichkeiten, die aktuell ausgetestet werden. Aktuell wird an der Kombination mit Makrophagenmodellen im Rahmen des Stadt Wien Projekts \u201eImmunTissue\u201c (MA23 30-06) gearbeitet, die zur weiteren Evaluierung der Konstrukte dienen sollen. Diese Modelle haben auch weitere Relevanz f\u00fcr Forschung und klinische Anwendung als m\u00f6gliche Drug-Screening-Plattform, um potenziell neurotoxische Auswirkungen von neuen und etablierten Medikamenten (welche z.B. als spezielle Chemotherapeutika angewendet werden) zu entdecken. Dadurch k\u00f6nnen Tierversuche und damit verbundene Kosten nicht nur signifikant reduziert werden, sondern auch der Erfolg klinischer Studien besser vorhergesagt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Am Bild:<\/strong> Entwicklung von k\u00fcnstlichen B\u00fcngner-B\u00e4ndern. Bild A: Mit dem \u201eMagneTissue\u201c Bioreaktor werden Schwann-Zellen in Proteinhydrogelen mit Hilfe zweier Magneten longitudinal ausgerichtet. Bild B: Die k\u00fcnstlichen B\u00fcngner-B\u00e4nder werden in einem Regenerationsmodell bez\u00fcglich ihrer Regenerationsf\u00e4higkeit getestet. Axone (gr\u00fcn) wachsen wie erhofft entlang der longitudinal ausgerichteten Schwann-Zellen (rot); blau: Zellkerne. Copyright f\u00fcr beide Bilder: FH Technikum Wien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-ovl-heading\" data-accent=\"true\" data-tag=\"h2\" data-style-level=\"h4\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Links\/ Wissenschaftliche Publikationen<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>[1] <a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/forschungsschwerpunkt-tissue-engineering-molecular-life-science-technologies\/\">https:\/\/www.technikum-wien.at\/forschungsschwerpunkt-tissue-engineering-molecular-life-science-technologies\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>[2] <a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/carina-hromada\">https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/carina-hromada<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>[3] Heher P, Maleiner B, Pr\u00fcller J, Teuschl AH, Kollmitzer J, Monforte X, Wolbank S, Redl H, R\u00fcnzler D, Fuchs C. A novel bioreactor for the generation of highly aligned 3D skeletal muscle-like constructs through orientation of fibrin via application of static strain. Acta Biomater. 2015 Sep;24:251-65. doi: 10.1016\/j.actbio.2015.06.033. Epub 2015 Jun 30. PMID: 26141153.<\/li>\n\n\n\n<li>[4] Tomasch J, Maleiner B, Hromada C, Szwarc-Hofbauer D, Teuschl-Woller AH. Cyclic Tensile Stress Induces Skeletal Muscle Hypertrophy and Myonuclear Accretion in a 3D Model. Tissue Eng Part A. 2023 May;29(9-10):257-268. doi: 10.1089\/ten.TEA.2022.0182. Epub 2023 Mar 1. PMID: 36606693<\/li>\n\n\n\n<li>[5] Teuschl-Woller A, Hromada C (2021). Cell Construct Comprising Schwan Cells or Schwann Cell-Like Cells and a Biocompatible Matrix (International Publication Number WO 2021\/260137 A1).<\/li>\n\n\n\n<li>[6] <a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/forschungsprojekte\/immuntissue-makrophagenbasierte-in-vitro-analysenplattform-zur-biologischen-implantattestung\/\">https:\/\/www.technikum-wien.at\/forschungsprojekte\/immuntissue-makrophagenbasierte-in-vitro-analysenplattform-zur-biologischen-implantattestung\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Wege in der Therapie peripherer Nervenverletzungen sowie eine m\u00f6gliche Alternative zu Tierversuchen.<\/p>\n","protected":false},"author":36,"template":"","news-categories":[145],"news-tags":[615],"ppma_author":[1739],"class_list":["post-41958","news","type-news","status-publish","hentry","news-categories-presseaussendung","news-tags-tissue-engineering"],"acf":{"featured_image":{"id":"41959","top":"50","left":"50","url":"https:\/\/media-hp.technikum-wien.at\/media\/20230530155423\/FH_Technikum_Wien_Nervenimplantate_Bild_01.png","width":"900","height":"581","alt":""},"extra_search_terms":false,"exclude_from_search":false,"override_header":false,"override_footer":false},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>FH Technikum Wien forscht an k\u00fcnstlichen Nerventransplantaten | FH Technikum Wien<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Neue Wege in der Therapie peripherer Nervenverletzungen sowie eine m\u00f6gliche Alternative zu Tierversuchen.\" \/>\n<meta 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