{"id":9318,"date":"2021-05-28T09:23:00","date_gmt":"2021-05-28T09:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/content.technikum-wien.at\/?post_type=news&#038;p=9318"},"modified":"2025-09-08T10:15:21","modified_gmt":"2025-09-08T10:15:21","slug":"herbizid-alternativen-zum-glyphosat-einsatz-im-gleisverkehr","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/content.technikum-wien.at\/news\/herbizid-alternativen-zum-glyphosat-einsatz-im-gleisverkehr\/","title":{"rendered":"Projekt mit FHTW-Beteiligung sucht nach Herbizid-Alternativen zum Glyphosat-Einsatz im Gleisverkehr"},"content":{"rendered":"\n<div data-block=\"grid\" data-is-swiper=\"false\" data-columns=\"1\" data-bg-color=\"transparent\" data-vertical-alignment=\"start\" data-horizontal-alignment=\"start\" data-gap=\"s\" data-padding-top=\"2rem\" data-padding-bottom=\"2rem\" data-small-grid=\"true\" class=\"wp-block-ovl-grid\">\n<div data-block=\"grid-column\" class=\"wp-block-ovl-grid-column\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gew\u00e4hrleistung des reibungslosen Personen- und G\u00fcterverkehrs auf \u00d6sterreichs Schienen und Stra\u00dfen ist eine der wichtigsten Aufgaben, mit denen sich die \u00d6BB und die ASFINAG befassen. Dazu z\u00e4hlt auch, den \u00dcberwuchs des Gleisbettes durch Gr\u00e4ser und Kr\u00e4uter zu verhindern, um Wasserableitung, Luftdurchl\u00e4ssigkeit, Sichtbarkeit der Schienenwege und die Abfederung der Z\u00fcge zu garantieren. Zur Verhinderung des \u00dcberwuchses gibt es verschiedenste Methoden, wie zum Beispiel der Einsatz von mechanischen Wurzelbarrieren, chemische Herbizide, mechanische Entfernung mittels M\u00e4hens, die Ausbringung von hei\u00dfem Wasserdampf oder die Anwendung der Elektroherbizid-Technologie. In dem von der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ffg.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00f6sterreichischen Forschungsf\u00f6rderungsgesellschaft&nbsp;<\/a>(FFG) gef\u00f6rderten Projekt Green-LOGIX war es das Ziel, die unterschiedlichen Methoden zu untersuchen und ihren Wirkungsgrad, ihre Umweltvertr\u00e4glichkeit und ihre Einsatzm\u00f6glichkeiten zu evaluieren. Dazu wurde ein Konsortium bestehend aus \u00d6BB, ASFINAG, FH-K\u00e4rnten, FH Technikum Wien, E.C.O und biohelp Garten&amp;Bienen GmbH gebildet, welches unterschiedliche Aspekte der Methoden zur Pflanzenkontrolle untersuchte. An der FHTW \u00fcbernahm Christoph Olscher die Aufgabe, die \u00d6kotoxizit\u00e4t unterschiedlicher chemischer Herbizide zu untersuchen und Empfehlungen zur Umweltvertr\u00e4glichkeit auszusprechen. Unterst\u00fctzt wurde er dabei im Kompetenzfeld Chemical Engineering und Ecotoxicology von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/barbara-gepp\">Barbara Gepp<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/katharina-wiessner\/\">Katharina Wie\u00dfner<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/ingrid-kolar\/\">Ingrid Kolar<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/bettina-dekrout\/\">Bettina Dekrout&nbsp;<\/a>und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/personal\/martina-ortbauer\/\">Martina Ortbauer<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum der Aufwand?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bisher wurden vor allem Herbizide mit dem aktiven Wirkstoff Glyphosat (z.b. \u201eTouchdown Quattro\u201c) zur Kontrolle des Gleisbewuchses verwendet. Glyphosat steht allerdings laut IARC und WHO im Verdacht, krebserregend zu sein und zur Reduktion der Artenvielfalt beizutragen. So werden aktiv Alternativen zu Glyphosat-basierenden Herbiziden gesucht. Getestete Alternativen waren dabei die Pelargons\u00e4ure (im Produkt biohelp Finalsan Plus), Flumioxazin (in Nozomi), Flazasulfuron (z.B in Chikara), Iodosulfuron und Diflufenican (in ValdorFlex). Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen diese Alternativen auch auf Wirksamkeit, Toxizit\u00e4t und Verbleib in der Umwelt untersucht werden, um ihre Eignung zu best\u00e4tigen. Im Projekt Green-LOGIX wurde die Wirksamkeit der Herbizide sowie der alternativen Methoden zur Pflanzenkontrolle getestet. An der FHTW wurden zur Untersuchung der Toxizit\u00e4t nach internationalen OECD-Richtlinien drei etablierte Modelle verwendet. F\u00fcr eine \u00dcbersicht der toxischen Effekte auf unterschiedlichen trophischen Ebenen wurden die murine Fibroblast-Zelllinie BALB\/c 3T3 (<em>Mus musculus<\/em>), einzellige Algen (<em>Raphidocelis subcapitata<\/em>) und Embryos des Zebrafisches (<em>Danio rerio<\/em>) gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergleiche der erarbeiteten mittleren Effektkonzentrationen (EC50-Werte) von Touchdown Quattro und biohelp Finalsan Plus zeigen, dass Touchdown Quattro mit Ausnahme der Algen st\u00e4rker toxisch wirkte als biohelp Finalsan Plus. Die EC50-Werte der Herbizide Valdor Flex, Chikara und Nozomi zeigen eine sehr schwache bzw. keine Toxizit\u00e4t f\u00fcr Zellen und Zebrafisch-Embryonen, allerdings eine sehr starke Toxizit\u00e4t f\u00fcr Algen. Pelargons\u00e4ure wies im Vergleich zu den Wirkstoffen der anderen getesteten Formulierungen die geringste Toxizit\u00e4t auf und zeigt laut Literaturangaben ebenso die geringste Persistenz (&lt; 1 Tag) in der Umwelt (z.B. Persistenz von Glyphosat: 15-1000 Tage). Basierend auf den erzielten Ergebnissen und den verf\u00fcgbaren Informationen aus bereits publizierter Literatur wurde biohelp Finalsan Plus mit den Wirkstoffen Pelargons\u00e4ure und Maleins\u00e4urehydrazid f\u00fcr den Einsatz an Gleisanlagen empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verkn\u00fcpfung zum Studiengang MUT<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundlagen zur Durchf\u00fchrung konnte sich Christoph Olscher in seinem abgeschlossenen Studium des FHTW-Studiengangs \u201eTechnisches Umweltmanagement und \u00d6kotoxikologie\u201c (mittlerweile:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.technikum-wien.at\/studium\/master\/technisches_umweltmanagement_und_oekotoxikologie\/\">\u00d6kotoxikologie und Umweltmanagement<\/a>) aneignen, in dem die unterschiedlichen Modellsysteme vorgestellt wurden und die Arbeit mit ihnen erkl\u00e4rt wurde. Zus\u00e4tzlich wurde viel Wert auf die statistische Auswertung der Daten gelegt, um die verwendeten Richtwerte (LC50\/EC50, LOEC, NOEC) zu berechnen und so einen internationalen Vergleich der Daten zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Interessante Ans\u00e4tze durch neuartige Methoden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie unterschiedlichen aktiven Wirkstoffe der Herbizide f\u00fchrten bei den Modellorganismen zu unterschiedlichsten Reaktionen. Mit dem Wissen \u00fcber die chemischen Eigenschaften war es sehr interessant, die Effekte zu beobachten und die mittlere letale Konzentration (LC50) \/ mittlere Effektkonzentration (EC50) zu berechnen. Aus der \u00f6kotoxikologischen Sicht machen es diese Richtwerte m\u00f6glich, das am wenigsten toxische Herbizid zu benennen. Betrachtet man dann noch den Verbleib in der Umwelt, dann kann man schon sehr solide Aussagen \u00fcber die \u00f6kologische Vertretbarkeit des Herbizides treffen\u201c, erkl\u00e4rt Olscher. Hier sei allerdings zu bedenken, dass sowohl die Wirksamkeit des Herbizides auf die Zielorganismen \u2013 in diesem Fall der pflanzliche Bewuchs der Gleisbetten \u2013 und die Kosten der Ausbringung miteinbezogen werden m\u00fcssten. \u201eKeine Firma wird ein Herbizid verwenden, dass nicht zu einer substanziellen Verringerung des Bewuchses und der Verringerung des Arbeitsaufwandes im Vergleich zu den anderen Methoden f\u00fchrt\u201c, erg\u00e4nzt Olscher. \u201eSpeziell neuartige Methoden wie die Elektroherbizid-Methode bieten spannende Ans\u00e4tze, die Ausbringung von Herbiziden in die Umwelt zu reduzieren und somit einhergehende Probleme zu vermeiden. Auf lange Sicht ist es notwendig, die Ausbringung von Chemikalien in unsere Umwelt so weit wie m\u00f6glich zu reduzieren, denn auf den einen oder anderen Weg wird unsere Gesundheit davon beeinflusst. \u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div data-block=\"grid\" data-is-swiper=\"false\" data-columns=\"1\" data-bg-color=\"transparent\" data-vertical-alignment=\"start\" data-horizontal-alignment=\"start\" data-gap=\"s\" data-padding-top=\"2rem\" data-padding-bottom=\"2rem\" data-small-grid=\"false\" class=\"wp-block-ovl-grid\">\n<div data-block=\"grid-column\" class=\"wp-block-ovl-grid-column\">\n<div data-block=\"image-gallery\" data-images=\"[{&quot;src&quot;:&quot;https:\/\/media-hp.technikum-wien.at\/media\/20220103131225\/green_logix_labor.jpg&quot;,&quot;alt&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;},{&quot;src&quot;:&quot;https:\/\/media-hp.technikum-wien.at\/media\/20220103131225\/green_logix_mikroskop.jpg&quot;,&quot;alt&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;},{&quot;src&quot;:&quot;https:\/\/media-hp.technikum-wien.at\/media\/20220103131224\/green_logix_spruehen.jpg&quot;,&quot;alt&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;},{&quot;src&quot;:&quot;https:\/\/media-hp.technikum-wien.at\/media\/20220103131224\/green_logix_zebrafische.jpg&quot;,&quot;alt&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;},{&quot;src&quot;:&quot;https:\/\/media-hp.technikum-wien.at\/media\/20220103131224\/green_logix_gleisbewuchs.jpg&quot;,&quot;alt&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;}]\" data-full-width=\"false\" data-columns=\"3\" class=\"wp-block-ovl-image-gallery\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um den Bewuchs von Gleisanlagen zu verhindern, werden h\u00e4ufig Herbizide mit dem als problematisch geltenden Wirkstoff Glyphosat eingesetzt. 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